Die Wirksamkeit der Anthroposophischen Medizin ist wissenschaftlich belegt

Die Wirksamkeit der Anthroposophischen Medizin ist wissenschaftlich belegt

Medienmitteilung der Medizinischen Sektion zur aktuellen Infragestellung der Anthroposophischen Medizin


Die Anthroposophische Medizin (AM) ist ein in Europa entwickeltes Medizinsystem (1), wurde 2020 einhundert Jahre alt (2) und existiert heute in über 60 Ländern weltweit (3). Sie ist ein integratives System, das den Menschen in seiner körperlichen, physiologischen – das Lebendige integrierenden –, seelischen und geistigen Dimension in die Diagnose und in das daraus resultierende Therapiekonzept einbezieht. Vor dem Hintergrund dieses Menschenverständnisses erweitert die AM die konventionelle Medizin durch spezifische Therapiemethoden wie Heileurythmie/Eurythmietherapie und andere Bewegungs- und Körpertherapien (z. B. Rhythmische Massage), Kunsttherapien, Psychotherapie und Biographiearbeit. Für die medikamentöse Therapie werden pflanzliche, mineralische oder tierische Ausgangssubstanzen durch spezielle pharmazeutische Prozesse wie Potenzierung, rhythmische Verfahren u. a.  verarbeitet (4). Die Misteltherapie hat als erste Immuntherapie der Krebserkrankung mittlerweile weite Verbreitung gefunden und wurde umfangreich wissenschaftlich evaluiert (5).  Äußere Anwendungen (Einreibungen, Auflagen und Wickel) stellen eine weitere unverzichtbare, kostengünstige und breit anwendbare Säule der AM dar (6).  
Daher sind in der AM-Forschung sowohl das Gesamtsystem („whole medical system“ (7)) als auch einzeltherapeutische Maßnahmen und multimodale Therapiekonzepte (8) Untersuchungsgegenstand, mit Etablierung des „evidence house“ als einer modernen und innovativen Vorgehensweise (9). Hierbei spielt die Nutzenbewertung eine wesentliche Rolle (10). 
Weitere Forschungsaspekte umfassen die Messung einer für die AM spezifischen Versorgungsqualität (11), die Wirkung von AM-Arzneimitteln (siehe unten) sowie die Messung von regulatorischen Prozessen (12).  
Die Anthroposophische Medizin war von Beginn an auch akademisch ausgerichtet, was sich in den zahlreichen Dissertations- und Habilitationsschriften widerspiegelt.  

Zur Frage der Wirksamkeit potenzierter Arzneimittel als ein Element anthroposophischer Pharmazie weisen wir im Folgenden auf den Stand der wissenschaftlichen Forschung hin: 

Zur Evaluation der Homöopathie hat das Institut für angewandte Erkenntnistheorie  und medizinische Methodologie (IFAEMM; ein An-Institut der Universität Witten/Herdecke) zu vier zentralen Fragen Stellung bezogen: 

- Was sagen Laborexperimente zu hochpotenzierten Substanzen?  

- Ist Homöopathie wirksam – jenseits von Placebo? 

- Wie kann Homöopathie überhaupt wirksam sein? 

- Warum wird Homöopathie oft negativ beurteilt? 

Die Antworten finden Sie unter https://www.ifaemm.de/forschung/4-1-homoopathie-wissenschaft/ 

 Der derzeit aktuelle Stand der wissenschaftlichen Forschung belegt die Wirksamkeit potenzierter Arzneimittel: 

Dr. med. Marion Debus, Dr. med. Karin Michael, Adam Blanning MD 
Leitung der Medizinischen Sektion am Goetheanum  

  

Literatur 

  1. Kienle GS, Albonico HU, Baars E, et al. Anthroposophic medicine: an integrative medical system originating in Europe. Global Advances in Integrative Medicine and Health 2013;2(6):20–31. DOI: https://doi.org/10.7453/gahmj.2012.087.
  2. Martin D. 100-year anniversary of anthroposophic medicine as an integrative medical system. Complementary Medicine Research 2020;27(6):375–378. DOI: https://doi.org/10.1159/000511668.
  3. https://www.ivaa.info/anthroposophic-medicine/introduction/
  4. Pedersen PA, Suhr C, Engel W, Rozumek M, Waldburger B, Baumgartner S, Schilk J. Herstellungsverfahren. In: Meyer U, Pedersen PA (Hrsg.) Anthroposophische Pharmazie. Grundlagen Herstellprozesse, Arzneimittel. Berlin: Salumed Verlag; 2026, S. 399-516.
  5. https://www.mistel-therapie.de/
  6. https://pflege-vademecum.de/
  7. Baars EW, Hamre HJ. Whole medical systems versus the system of conventional biomedicine: a critical, narrative review of similarities, differences, and factors that promote the integration process. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine 2017;2017:4904930. DOI: https://doi.org/10.1155/2017/4904930.
  8. Siehe z. B. Längler A, Schwermer M, Fetz K, Vagedes J, Krüger M, Ostermann T, Zuzak T. Entwicklung von wissensbasierten Behandlungsempfehlungen in der integrativen-anthroposophischen Kinderheilkunde am Beispiel der akuten Gastroenteritis. Pädiatrische Praxis 2019;91:1-8.
  9. Kienle GS, Ben-Arye E, Berger B, et al. Contributing to global health: development of a consensus-based whole systems research strategy for anthroposophic medicine. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine 2019;2019:3706143. DOI: https://doi.org/10.1155/2019/3706143.
  10. Strasser F. Kriterien der Nutzenbewertung der Integrativen Medizin am Beispiel der Anthroposophischen Medizin. Der Merkurstab 2023;76(3):177-186. DOI: https://doi.org/10.14271/DMS-21636-DE.
  11. Koster EB, Baars EW, Delnoij DMJ. Patient-reported quality of care in anthroposophic and integrative medicine: A scoping review. Patient Education and Counseling 2020;103(2):276–285. DOI: https://doi.org/10.1016/j.pec.2019.09.010.
  12. Baars EW, Kienle GS, Heusser P, et al. Anthroposophic medicinal products: a literature review of features, similarities and differences to conventional medicinal products, scientific and regulatory assessment. Global Advances in Integrative Medicine and Health 2022;11:21649561211073079. DOI: https://doi.org/10.1177/21649561211073079