Assistierter Suizid, und wie wir ihn verhindern können  - Ein Dialogabend der Medizinischen Sektion

Assistierter Suizid, und wie wir ihn verhindern können - Ein Dialogabend der Medizinischen Sektion

Am 17. November, 19.00-21.00 Uhr in der Schreinerei am Goetheanum und im Live-Stream


Online-Teilnahme möglich, Link siehe unten (Veranstaltung auf Deutsch) 
Die Veranstaltung wird aufgezeichnet und ist ca. 2 Wochen später auf Goetheanum TV abrufbar.

Herzlichen Dank für eine Spende an den Freundeskreis der Medizinischen Sektion zur Deckung der Unkosten online oder im Saal!

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitglieder und Interessierte,

wir möchten Sie herzlich zu unserer nächsten Dialog-Veranstaltung mit der Leitung der Medizinischen Sektion einladen. Im Gespräch mit unseren Gästen Dr. med. Susanne Lippmann-Rieder und Dr. med. Raimund Klesse wollen wir uns dem Thema Assistierter Suizid und wie wir ihn verhindern können.

Die Legalisierung der Beihilfe zum Suizid in vielen Ländern Europas hat besonders in den letzten Jahren zu einem ausgeprägten Anstieg der Suizidrate geführt (Verzehnfachung in der Schweiz in den letzten 15 Jahren). Längst sind es nicht mehr nur schwere körperliche Erkrankungen am Lebensende, wo diese Massnahme zum Einsatz kommt, sondern auch seelische Leiden, Demenzerkrankungen etc. geraten zunehmend in den Fokus. Insbesondere im hohen Alter hat die Beihilfe zum Suizid mancherorts epidemische Ausmasse angenommen. 

Wie hat sich diese Situation entwickelt und wie können wir sie verstehen? Wie können wir uns vor diesem Hintergrund der Frage nach Freiheit und Selbstbestimmung des Menschen annähern? Welche spirituellen und ethischen Fragen in Bezug auf das Menschenbild stellen sich einerseits? Inwiefern ist der assistierte Suizid andererseits besorgniserregender Ausdruck sozialer und ökonomischer Entwicklungen unseres Gesundheitswesens und unserer Gesellschaft?  Menschen mit schweren Erkrankungen können, von einem tragenden und liebevollen menschlichen Umfeld umgeben, gerade in der letzten Lebensphase intensive Entwicklungsprozesse der «Selbstwerdung» als wahrer innerer Autonomie durchmachen, mit bis dahin ungeahnter Vertiefung der Beziehung zum eigenen Leben, zu nahestehenden Menschen, zur Natur. Welche Wege können wir gehen, um der «Epidemie des assistierten Suizids» mit solchen Perspektiven begegnen?

Dr. med. Raimund Klesse (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH mit Schwerpunkt auf Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie) und Dr. med. Susanne Lippmann-Rieder (Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH) Präsident und Vizepräsidentin der Hippokratischen Gesellschaft Schweiz) sind Mitbegründer des 2023 gegründeten länderübergreifenden D-A-CH-Forums „Suizidprävention und assistierter Suizid“. Das Forum sieht das Wesen menschlicher Autonomie gerade in der Verbundenheit mit anderen Menschen und wendet sich entschieden gegen den gesellschaftlichen, ökonomischen und sozialen Druck, durch den Menschen zum assistierten Suizid gedrängt werden. Es unterstützt Aus-, Fort- und Weiterbildungskonzepten zu Suizidprävention und zum Umgang mit Wünschen nach assistiertem Suizid.

Wir freuen uns auf Ihre rege Teilnahme!

Marion Debus, Karin Michael und Adam Blanning

Dr. med. Raimund Klesse und Dr. med. Susanne Lippmann-Rieder